Intelligente Energievernetzung der Küchenlüftungsanlagen

Klinikum | Wels-Grieskirchen
Ein zukunftsweisender Ansatz für effiziente Gebäudetechnik

Im Zuge des umfassenden Küchenumbaus im Klinikum Wels-Grieskirchen wurde eine hochmoderne Energie-zentrale realisiert, die fünf neue Lüftungsanlagen intelligent miteinander vernetzt.

Das Ziel: die verfügbaren Energiepotenziale der unterschiedlichen Abluftströme vollständig ausschöpfen und damit den Heizenergiebedarf des Hauses nachhaltig senken.
Das Ergebnis ist ein Vorzeigeprojekt moderner Gebäudetechnik – effizient, intelligent und ressourcenschonend.

Wertvolle Energie in der Abluft
Die neuen Lüftungsanlagen des Klinikums arbeiten allesamt mit Wärmerückgewinnung. Im Winterbetrieb ist die Abluft grundsätzlich trocken, da die Zuluftanlagen nicht befeuchtet werden. Eine entscheidende Ausnahme stellt jedoch die Abluft der Spülenanlage dar: Durch hohe Temperaturen und erhöhte Feuchtigkeit besitzt sie eine deutlich höhere Enthalpie – also einen wesentlich größeren Energieinhalt – als herkömmliche Abluftströme. Ohne systemische Vernetzung würde diese hochwertige Energie ungenutzt verloren gehen. Genau hier setzt das innovative Konzept der Energiezentrale an.
UNSERE LÖSUNG
Eine zentrale Energiezentrale als intelligenter Verteiler

Um das energetische Potenzial der Spülenabluft nutzbar zu machen, wurde ein anlagenübergreifendes Kreislaufverbundsystem errichtet, das die Lüftungsanlagen über mehrere Stockwerke miteinander verbindet.

Diese zentrale Energiezentrale sammelt die Energie aus den verschiedenen Abluftquellen und verteilt sie bedarfsgerecht an jene Bereiche, die Wärmezufuhr benötigen – unter anderem:

  • warme Küche
  • Speisesaal
  • Bäckerei
  • Nebenräume

Damit entsteht ein dynamisches, hocheffizientes Energiesystem, in dem überschüssige Wärme nicht verloren geht, sondern zielgerichtet dorthin fließt, wo sie tatsächlich gebraucht wird.

Energiefluss nach Bedarf, nicht nach Zufall

Die Abluftströme werden im Kreislaufverbundsystem hydraulisch zusammengeführt. Dadurch kann die besondersenergiereiche Spülenabluft die angeschlossenen Anlagen systematisch   unterstützen. Während die Spülenanlage selbst durch die Mischung der Abluftströme einen leicht erhöhten Heizbedarf aufweist, ist der positiveGesamteffekt deutlich höher:

  • geringerer Heizwärmebedarf in mehreren Küchenbereichen
  • effizientere Nutzung hoher Abluftenthalpien
  • bedarfsgerechter Energiefluss über mehrere Ebenen des Gebäudes

Die Anlage arbeitet somit als intelligenter Energieverteiler, der das Gebäude an jenen Stellen entlastet, an denen Energie tatsächlich benötigt wird.

Das Ergebnis: Bis zu 23 % mehr nutzbare Rückgewinnungsenergie

Die energetische Bewertung basiert auf einem Vergleich zweier Szenarien:

Einzelsysteme (ohne Vernetzung):
Jahreswärmebedarf: 569.828 kWh/a (100 %)

Gesamtsystem (mit zentraler Vernetzung):
Jahreswärmebedarf: 437.795 kWh/a (77 %)

Dies entspricht einer Einsparung von rund 132.000 kWh pro Jahr bzw. einer Reduktion des Heizenergiebedarfs von etwa 23 %.

Einordnung der Ergebnisse im Realbetrieb

Die Berechnungen basieren auf konstanten Rahmenbedingungen und idealisierten Annahmen.

Im realen Betrieb können die tatsächlichen Einsparungen variieren, da:

• Betriebszeiten und Auslastungen schwanken
• der hydraulische Wirkungsgrad unter Praxisbedingungen geringer ist als im theoretischen Mischfall

Dennoch bestätigt der Betrieb der Anlage die Berechnungen:
Der energetische Mehrwert der zentralen Vernetzung ist klar erkennbar und nachhaltig wirksam.

Planungssicherheit und langfristige Einsparungen

Neben der technischen Raffinesse überzeugt das Projekt auch wirtschaftlich.
Durch simulationsgestützte Planung konnten die zukünftigen Betriebskosten bereits im Vorfeld verlässlich abgeschätzt werden. Dies schafft eine hohe Investitionssicherheit.

 

Die zentralisierte Energienutzung führt zu:
• dauerhaft niedrigeren Betriebskosten
• einem klar messbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit
• hoher Planungs- und Investitionssicherheit
• effizientem Gebäudebetrieb über den gesamten Lebenszyklus

Fazit

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass der größte Effizienzgewinn nicht allein in der Wärmerückgewinnung einzelner Anlagen liegt, sondern in der intelligenten Vernetzung des Gesamtsystems.

Durch die zentrale Zusammenführung und bedarfsgerechte Verteilung der Energie wird aus mehreren Einzelanlagen ein hocheffizientes Gesamtsystem. So können Energiepotenziale erschlossen werden, die inkonventionellen Systemen ungenutzt bleiben – ein klarer Schritt in Richtung nachhaltiger und zukunftsorientierter Gebäudetechnik.