Moderne Energiearchitektur hinter historischen Mauern
HOTEL GOLDENER HIRSCH | Salzburg
Wie nachhaltige Gebäudetechnik ein traditionsreiches Haus in die Zukunft begleitet.
Es gibt Orte, deren Geschichte man sofort spürt – der Goldene Hirsch in der Salzburger Getreidegasse ist einer davon. Als Traditionshaus, das seit Jahrhunderten zur ersten Adresse der internationalen Festspielgesellschaft zählt, verbindet es gelebte Eleganz mit lebendiger Kultur.
Im Zuge der jüngsten Generalsanierung wurde die APESS GmbH erneut beauftragt, die Energiearchitektur des Hauses umfassend zu modernisieren und energetisch neu auszurichten. Bereits frühere Optimierungen im laufenden Betrieb hatten gezeigt, wie sensibel und zugleich wirkungsvoll technische Eingriffe in diesem historischen Umfeld umgesetzt werden können. Auf dieser Basis erhielt APESS den Auftrag, das energetische Gesamtkonzept weiterzuentwickeln und in die bestehende Struktur zu integrieren – denkmalgerecht, effizient und im Betrieb nahezu unsichtbar.
Der Auftrag: Präzision im Schutz der Geschichte
Modernisierung der Energiezentrale erfolgte unter den strengen Rahmenbedingungen des UNESCO-Weltkulturerbes und den Vorgaben des Denkmalschutzes. Jede technische Maßnahme musste so ausgeführt werden, dass die historische Substanz geschützt bleibt, Eingriffe auf ein Minimum reduziert werden und die charakteristische Anmutung des Gebäudes unangetastet bleibt.
Die Herausforderung lag darin, modernste Gebäudetechnik so in die vorhandene Struktur einzubetten, dass sie im Alltag kaum wahrnehmbar, im Hintergrund jedoch hochpräzise arbeitet. Leitungsführungen, Gerätepositionen und statische Abhängigkeiten wurden exakt abgestimmt, um ein System zu schaffen, das die Belastungen der historischen Bauteile respektiert und dem Haus langfristige energetische Stabilität sichert.
Die Lösung:
Technische Präzision im historischen Umfeld
APESS realisierte eine kompakte Energie- und Gebäudetechniklösung, die vollständig im Dachgeschoss und in den vorgesehenen Technikbereichen integriert wurde. Die Systemarchitektur vernetzt Wärmeerzeugung, Lüftung und Kälte zu einem Gesamtsystem, das im späteren Betrieb harmonisch, leise und weitgehend unsichtbar arbeitet.
Zentrales Element ist die APESS System-Doppel-Abluftnutzung, welche unterschiedliche Abluftströme bündelt und für eine sichere Abführung hoher Wärmeleistungen ausgelegt wurde. Sie verarbeitet Abluftvolumina von bis zu 12.000 m³/h und nutzt thermische Potenziale saisonal optimal aus: Im Sommer soll überschüssige Wärme effizient abgeführt, im Winter die vorhandene Abwärme für die Gebäudebeheizung nutzbar gemacht werden. Die im Betrieb erzielte Wärmerückgewinnung trägt wesentlich zu der energetischen Effizienz des Hauses bei und ermöglicht eine saisonal ausgewogene Nutzung thermischer Potenziale.
Technische Highlights
APESS Doppel-Abluftnutzung
Die gesamte Anlage wird durch die APESS Q Optimum Regelung geführt, die im Rahmen des Auftrags optimiert und in Betrieb genommen wurde. Sie koordiniert den Kälteprozess ebenso wie die Lüftungsanlagen und sorgt dafür, dass das System auch unter wechselnden Bedingungen stabil, kondensationssicher und akustisch unauffällig bleibt. Ergänzt wird dies durch eine kompakte Wärmepumpe und eine speziell entwickelte Hydraulikeinheit im EMU-Design, die eine besonders platzsparende Integration erlaubt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Schaltschrank- und Regeltechnik, die individuell ausgeführt und auf die besonderen Anforderungen des denkmalgeschützten Bestandes abgestimmt wurde. Die Anlagen wurden hydraulisch wie regelungstechnisch präzise eingeregelt und für einen sicheren, effizienten und ausfallsicheren Betrieb vorbereitet.
Fazit
Projektergebnis
Mit der Umsetzung der neuen Energiezentrale liegt nun ein System vor, das im laufenden Betrieb bestätigt, was zuvor exakt simuliert werden konnte: eine hohe energetische Effizienz, ein ruhiger Anlagenbetrieb und ein technisches Gesamtkonzept, das sich in die historische Struktur einfügt, ohne sie zu beeinträchtigen. Die kompakte Bauweise minimiert Eingriffe und erhält wertvolle Flächen, während die integrierte Regelungs- und Ablufttechnologie eine stabile und nachhaltige Betriebsführung ermöglicht. So wurde dem Goldenen Hirschen ein energetisches Fundament geschaffen, das seinem historischen Erbe gerecht wird und zugleich die Anforderungen der Zukunft erfüllt – unaufdringlich, leistungsstark und denkmalgerecht. . Wenn Sie mehr über diese Lösung oder über maßgeschneiderte Energiearchitektur im historischen Umfeld erfahren möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.
