Gotramgasse: Energiezentrale der Zukunft (im Entstehen): Eine Energiezentrale, die Grenzen verschiebt
Große, gemischt genutzte Gebäude stellen besondere Anforderungen an eine fossilfreie Energieversorgung. Im Projekt Gotramgasse der S+B Gruppe – einem Mixed-Use-Gebäude mit über 33.000 m² Nutzfläche – zeigte sich früh, dass eineklassische Kombination aus Erdsondenfeld, Wärmepumpen und Photovoltaik den komplexen Lastprofilen nicht gerecht werden würde.
Die APESS GmbH wurde beauftragt, die Energiezentrale grundlegend neu zu denken, zu entwickeln und so auszulegen, dass sie trotzanspruchsvollster Rahmenbedingungen eine stabile, effiziente und langfristig sichere Performance gewährleistet.
Herausforderung: Ein System, das unter realen Lastprofilen standhalten muss
Während der Projektphase veränderten sich die definierten Nutzungsparameter deutlich.
Höhere Lüftungsraten, mehr interne Wärmelasten und heterogene Anforderungen einzelner Mieter führten zu einer Verschiebung der energetischen Balance – vor allem im Bereich Kühlung und Lufttechnik.
Simulationen zeigten bald, dass das ursprünglich vorgesehene Erdsondenfeld langfristig thermisch überlastet worden wäre. Die Folge wären sinkende Quellentemperaturen und geringe Jahresarbeitszahlen gewesen – ein System also, das im Betrieb nicht stabil geblieben wäre.
Mehr Erdsonden oder zusätzliche Rückkühler waren jedoch aufgrund der Grundstücksverhältnisse und Förderbedingungen ausgeschlossen.
Der APESS-Ansatz:
Das Erdreich als aktiv gesteuerter Speicher
APESS vollzog einen Perspektivenwechsel: Das Erdreich wurde nicht mehr als statische Energiequelle betrachtet, sondern als dynamischer saisonaler Energiespeicher, dessen Temperatur aktiv geführt wird.
Überschüssige Wärme aus Kühlung, Fortluftströmen und interner Abwärme wird gezielt in das Erdreich zurückgeführt, wo sie dieses regeneriert und thermisch stabilisiert. Die Heiz- und Kühlprozesse greifen so über eine bilanzielle Gesamtführung ineinander – ein Ansatz, der nur mit hochpräziser Simulation und abgestimmter Regeltechnik möglich ist.
Auf diese Weise entstand ein System, das weder zusätzliche Sonden noch rückkühlende Dachtechnologien benötigt, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben.
Regelungsintelligenz als Schlüssel zu stabiler Jahresbilanz:
Die eigentliche Innovation liegt in der übergeordneten Systemregelung, die sämtliche Komponenten zu einem energetisch geführten Gesamtsystem verbindet.
Sondentemperaturen, Außenklima, interne Lasten, Luftzustände und Photovoltaikerträge werden permanent erfasst und bilanziell ausgewertet.
Der Betrieb orientiert sich daher nicht an Einzelpunkten maximaler Effizienz, sondern an einer ganzjährigen, stabilen Gesamtauslegung. So bleibt das System in allen Jahreszeiten innerhalb seines optimalen Temperaturfensters – ein entscheidender Beitrag zur Wirtschaftlichkeit und Lebensdauer.
Das Projekt Gotramgasse zeigt exemplarisch, dass die Zukunft großvolumiger, fossilfreier Gebäude nicht in Standardlösungen liegt, sondern in integrierten, simulationsgestützten Energiesystemen.
APESS konnte mit der entwickelten Energiezentrale ein Konzept realisieren, das die Herausforderungen des Standorts und der Nutzung nicht nur abbildet, sondern aktiv führt – technisch anspruchsvoll, nachhaltig stabil und auf lange Sicht energieeffizient.
Ergebnis: Ein urbanes Energiesystem mit Vorbildcharakter
Das Projekt Gotramgasse zeigt exemplarisch, dass die Zukunft großvolumiger, fossilfreier Gebäude nicht in Standardlösungen liegt, sondern in integrierten, simulationsgestützten Energiesystemen.
APESS konnte mit der entwickelten Energiezentrale ein Konzept realisieren, das die Herausforderungen des Standorts und der Nutzung nicht nur abbildet, sondern aktiv führt – technisch anspruchsvoll, nachhaltig stabil und auf lange Sicht energieeffizient.


